Unternehmensnachfolge-Börsen richtig nutzen: 7 Dinge, die die meisten Käufer falsch machen
Eine Nachfolge-Börse zu benutzen klingt einfach. Aber die meisten Kaufinteressenten nutzen Plattformen wie nexxt-change ineffizient – und verpassen dadurch die besten Angebote. Sieben konkrete Verbesserungen.
Eine Nachfolge-Börse aufzurufen und ein paar Suchbegriffe einzutippen dauert fünf Minuten. Aber die meisten Kaufinteressenten nutzen diese Plattformen weit unter ihrem Potenzial – und verstehen nicht, warum sie trotz wochenlanger Suche nichts Passendes finden.
Bei Viaductus sehen wir täglich, wie Käufer suchen. Diese sieben Fehler passieren am häufigsten – und so macht man es besser.
1. Auf einer einzigen Plattform suchen
Der häufigste Fehler. Der deutsche Markt für Unternehmensnachfolge ist extrem fragmentiert: Angebote sind auf nexxt-change, DUB, dutzenden regionalen Kammerbörsen, Broker-Websites und spezialisierten Marktplätzen verteilt. Wer nur eine Plattform nutzt, sieht im besten Fall 20 bis 30 Prozent des öffentlich inserierten Marktes.
Besser: Entweder manuell mehrere Plattformen parallel durchsuchen – was sehr zeitaufwendig ist – oder einen Aggregator wie Viaductus nutzen, der Angebote aus über 70 Quellen in einer einzigen Suche zusammenführt. Das ist der direkteste Weg zu maximaler Marktabdeckung mit minimalem Aufwand.
2. Zu eng suchen
Viele Käufer beginnen mit hochspezifischen Suchbegriffen: "Elektrobetrieb, 5 Mitarbeiter, Raum Frankfurt, max. 300.000 Euro". Das ist zwar zielgerichtet – aber ein Angebotsmarkt mit Zehntausenden unterschiedlichen Unternehmen gibt bei solch engen Kriterien selten etwas her.
Besser: Breiter beginnen, dann schrittweise einengen. Wer flexibel ist in der Branche (z.B. technische Dienstleister statt nur Elektrobetriebe) oder in der Region (z.B. Rhein-Main statt nur Frankfurt) findet deutlich mehr Optionen. Das eigene Suchprofil schärft sich oft erst durch das Anschauen vieler Angebote.
3. Kein Suchabo einrichten
Die meisten Käufer suchen aktiv, wenn sie Zeit haben – und vergessen das Thema, wenn der Alltag zurückkehrt. Das Problem: Die besten Angebote sind oft innerhalb weniger Wochen vergeben. Wer nicht regelmäßig sucht, kommt zu spät.
Besser: Auf nexxt-change und anderen Plattformen, die es anbieten, ein Suchabo einrichten. Neue Inserate, die den eigenen Kriterien entsprechen, werden dann automatisch per E-Mail zugestellt. Das kostet null Aufwand und stellt sicher, dass man keine relevanten Neueinstellungen verpasst.
4. Inseratsbeschreibungen zu wörtlich nehmen
Inserate auf Nachfolgebörsen sind Marketingdokumente, keine Due-Diligence-Berichte. Sie beschreiben das Unternehmen so, wie der Inhaber (oder sein Makler) es darstellen möchte. Das bedeutet: Stärken werden betont, Schwächen kaum erwähnt.
Besonders häufige Formulierungen, die man kritisch lesen sollte: "großes Wachstumspotenzial" (oft: der Inhaber hat es jahrelang nicht gehoben), "inhaber gibt aus persönlichen Gründen ab" (kann vieles bedeuten), "treuer Kundenstamm" (aber wie inhaber-abhängig ist er?).
Besser: Inserate als erste Orientierung nutzen, nicht als Entscheidungsgrundlage. Jedes interessante Unternehmen muss durch ein persönliches Gespräch mit dem Inhaber und eine sorgfältige Due Diligence ergänzt werden, bevor man sich ein echtes Bild machen kann.
5. Sich nur auf den Kaufpreis fokussieren
Viele Käufer sortieren Angebote zuerst nach dem Kaufpreis und schließen alles aus, was über dem eigenen Budget liegt – ohne die Finanzierbarkeit zu prüfen.
Das ist ein Fehler aus zwei Gründen: Erstens sind Kaufpreise fast immer verhandelbar. Zweitens deckt die Finanzierung über KfW-Gründerkredit, Bürgschaftsbanken und Verkäuferdarlehen in vielen Fällen deutlich mehr ab als das eigene Eigenkapital vermuten lässt. Ein Unternehmen für 400.000 Euro kann mit 60.000 bis 80.000 Euro Eigenkapital finanzierbar sein – wenn die restlichen Bausteine passen.
Besser: Interessante Angebote nicht sofort nach Preis ausschließen, sondern zuerst die grundsätzliche Eignung prüfen und dann die Finanzierbarkeit mit einem Steuerberater oder der Hausbank durchrechnen.
6. Den regionalen Kammerkontakt ignorieren
nexxt-change und die kommerziellen Börsen sind der sichtbare Teil des Marktes. Aber IHK und Handwerkskammern haben einen direkteren Draht zu Unternehmen, die diskret suchen – und vermitteln aktiv.
Wer sich bei der regionalen IHK oder Handwerkskammer als Kaufinteressent registriert, wird proaktiv kontaktiert, wenn ein passendes Unternehmen auftaucht. Das kostet nichts und erschließt einen Teil des Marktes, den die öffentlichen Börsen nie abbilden.
Besser: Parallel zur Börsensuche immer auch den Kammerkontakt suchen. Ein kurzes Gespräch mit dem Nachfolgeberater der lokalen IHK kann Türen öffnen, die online verschlossen bleiben.
7. Zu passiv suchen
Wer auf Nachfolgebörsen sucht, reagiert auf vorhandene Angebote. Das ist legitim – aber es ist die defensivere Strategie. Die attraktivsten Unternehmen sind oft nie öffentlich inseriert, weil der Inhaber bereits über sein Netzwerk einen geeigneten Kandidaten findet.
Wer aktiv sucht – also Unternehmen direkt anspricht, bevor sie auf dem Markt sind –, hat keinen Bieterwettbewerb und deutlich mehr Verhandlungsspielraum.
Besser: Parallel zur Börsensuche auch aktiv werden: Eigenes Käuferprofil schärfen, im Branchennetzwerk kommunizieren, dass man ein Unternehmen sucht, und gezielt Unternehmen ansprechen, die dem eigenen Suchprofil entsprechen. Das erfordert mehr Aufwand – aber die Ergebnisse sind oft deutlich besser.
Fazit: Börsen sind ein Werkzeug, kein Selbstläufer
Nachfolge-Börsen sind ein unverzichtbarer Einstiegspunkt für jede strukturierte Unternehmenssuche. Aber sie sind kein passiver Kanal, der gute Ergebnisse ohne aktive Nutzung liefert.
Wer mehrere Plattformen kombiniert (oder einen Aggregator nutzt), Suchinghalte automatisiert, Inserate kritisch liest und parallel regionale Netzwerke aktiviert, hat eine strukturelle Informationsvorteil gegenüber Käufern, die nur auf einer Plattform suchen und auf das Beste hoffen.
Auf Viaductus kann man mit einem einzigen Suchvorgang Angebote aus über 70 Quellen durchsuchen – das ist der direkteste Weg, die Marktabdeckung zu maximieren, ohne auf dutzende Einzelplattformen ausweichen zu müssen.
Weiterführende Artikel auf Viaductus
- Unternehmensnachfolge-Börsen in Deutschland: Alle wichtigen Plattformen im Vergleich
- 8 Fehler, die neue Nachfolger am häufigsten machen
- Unternehmensnachfolge in Deutschland: Zahlen, Fakten und Wege im Überblick
- In 5 Schritten zum eigenen Unternehmen
- Jetzt auf Viaductus suchen – über 70 Quellen auf einen Blick

Christopher Heckel
Co-Founder & CTO
Christopher hat als CTO des Mittelstandsfinanziers Creditshelf die digitale Transformation von Finanzlösungen für den Mittelstand geleitet. viaductus wurde mit dem Ziel gegründet, mit Technologie für Unternehmensübernahmen und -verkäufe Menschen zu unterstützen, ihre finanziellen Ziele zu erreichen.
Über den Autor

Christopher Heckel
Co-Founder & CTO